SÜDKURIER-Leser lernen den kleinen Prinz

Während der Aufführung des Musicals „Der kleine Prinz“ begegnen SÜDKURIER Leser den Hauptdarstellern.

Es war ein berührender und zu Herzen gehender Nachmittag: Bei der Musical-
Aufführung von „Der kleine Prinz“ in der Singener Stadthalle ließen sich rund 600
Besucher in das Reich der Fantasie entführen. Die weltberühmte Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry wurde in unterschiedlichen Musikstilen sowie mit abwechslungsreicher Choreografie und interaktiven Videoanimationen erzählt.

Das im Jahr 1943 erschienene Werk wurde in 110 Sprachen übersetzt und gehört zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Sämtliche Mitwirkende – von den Darstellern bis zum neunköpfigen, auffallend jungen Orchester – agierten hochprofessionell und präsentierten sich als perfektes Team.

Fünf Lesern wurde im Rahmen der Aktion „Der SÜDKURIER öffnet Türen“ eine einmalige Gelegenheit geboten: Petra Schafheutle (Engen-Neuhausen), Ursula Linder und Peter Muthmann (Konstanz), Ruth Stada (Moos) und Astrid Winkler (Gottmadingen) waren nicht nur Gewinner von je zwei Tickets, sondern hatten auch die Möglichkeit, einige Darsteller kennen zu lernen.

„Das ist eine tolle Sache!“, freute sich die Gewinnerin Petra Schafheutle. Die Leser nutzten das Kennenlernen zum Gespräch, aber auch für Autogramme und Erinnerungsfotos. Hautnah erlebten die Gewinner auch Moritz Bierbaum, der in der Titelrolle als kleiner Prinz glänzte. „Ich singe im Stück nur mit der Kopfstimme“, erläuterte der 23-jährige Tenor die große Herausforderung. Benoit Pitre, der in der Rolle des Piloten mit warmer Baritonstimme begeisterte, verriet, dass er vor drei Jahren bereits in Singen im „Phantom der Oper“ in der Rolle des Persers aufgetreten sei. „Da ich eher Bösewichte spiele, ist für mich vor allem die letzte Szene im kleinen Prinzen eine Herausforderung“, wies der aus Montreal stammende Sänger auf das traurige Ende der Geschichte hin.

Das Musical von Deborah Sasson und Jochen Sautter bot den Zuschauern ein ganz besonderes Erlebnis: Zum einen beeindruckten das äußerst sensible Spiel der Darsteller sowie der philosophische Inhalt des Stückes. Zum anderen vermittelte der Einsatz modernster Bühnentechnik bei dieser Inszenierung oftmals das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Sei es beim Flug des Piloten hoch über den Wolken und der unsanften Landung aufgrund eines heftigen Gewitters oder bei einer Szene mit unzähligen Rosenblüten, die durch die Luft zu wirbeln schienen.

Für das außergewöhnliche, ganzheitliche Erlebnis sorgte vor allem aber auch die von Deborah Sasson komponierte Musik. Die Melodien machten die wechselnde Stimmung in der Geschichte des kleinen Prinzen durch verschiedene Musikstile deutlich: Leicht und fröhlich, dramatisch und bedrohlich, rockig, energiegeladen oder traurig und getragen – die Komponistin hatte das Stück in seiner ganzen Bandbreite vertont und das Orchester brillierte in der musikalischen Ausführung. Die Liedtexte lieferte Jochen Sautter. Der in Paris lebende Tänzer und Choreograf hatte das Werk aus dem Französischen übersetzt und führte auch Regie.

Der Autor

Antoine de Saint-Exupéry wurde im Jahr 1900 in Lyon (Frankreich) geboren. Er war schon als Kind von der Fliegerei begeistert und entdeckte auch früh seine Leidenschaft für das Schreiben. Sein erstes Buch Der Flieger erschien 1926. Sein zweites Werk mit dem Originaltitel „Courrier Sud“ – in deutscher Sprache: Südkurier – wurde 1928 veröffentlicht. Bei einem Aufklärungsflug verschwand sein Flugzeug am 31. Juli 1944 über dem Mittelmeer. Ein Jahr zuvor war sein bekanntestes Werk erschienen: „Der kleine Prinz“ ist nach der Bibel das am meisten verkaufte und übersetzte Buch der Welt. (zöl)

08.01.2016 Südkurier Karin Zöller

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